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Borkenkäfersituation in deutschen Wäldern 2010

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Borkenkäfersituation in deutschen Wäldern

Löwenstein, 03.04.2010

 

Seit dem Jahr 2001 rückt der Befall größerer Fichtenwaldflächen durch den Borkenkäfer und andere parasitäre Arten stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit. Besonders mit einer stetigen Erhöhung der jährlichen Durchschnittstemperaturen wird es für die Schädlinge einfacher, zu überleben, und damit einen Schaden für die Forstwirtschaft zu verursachen. Mit geeigneten Maßnahmen wird es jedoch möglich sein, deren negativen Einfluss einzudämmen.

Scolytinae ist der wissenschaftliche Name des Borkenkäfers, der eine hohe Fortpflanzungsrate hat und genau damit eine Gefahr für die Forstwirtschaft darstellt. Es gibt diverse Unterarten des Borkenkäfers, doch vor allem in Deutschland ist meist der Buchdrucker gemeint, wenn man von Borkenkäfern spricht. In schmalen Gängen im Holz von Bäumen werden die Larven abgelegt und die Strategie der Schädlinge ist es, einen einzelnen Baum mit sehr großen Populationen gleichzeitig zu befallen, um möglichst wirkungsstark die Abwehrkräfte des Baumes überwinden zu können. Daraufhin leben sie von der Rinde und dem Holz der Bäume, die daraufhin schrittweise absterben.
Die Abwehrmechanismen der Bäume sind primär der Harzfluss und weitere Abwehr-Chemikalien, die der Borkenkäfer jedoch aufgrund der schieren Anzahl regelmäßig überwinden kann.

Aus wirtschaftlicher Sicht sind die Parasiten verantwortlich für Millionenschäden in der Forstbranche und wir von Falkenstein erwarten, dass sich diese Summe und der Befall durch Borkenkäfer generell im Laufe der kommenden Jahre ohne eine adäquate Bekämpfung noch dramatisch vermehren wird.
Wir erkennen eine besondere Betroffenheit bei Sortimenten, die vorwiegend mit der Gemeinen Fichte bestückt sind, welche generell Schwierigkeiten mit der Bewältigung des Klimawandels und zunehmender Trockenheit hat.

Selbst gesundes Holz von Bäumen, die den Borkenkäfer abwehren können, kann im schlimmsten Fall nur noch weit weniger Ertrag einbringen.

Die Folgen des Schädlingsbefalls:

So geben die Holzpreise, die das Forstunternehmen erzielt, derzeit nach, da am Markt ein Überangebot an Schad- und Totholz bestehet. Des Weiteren entstehen Probleme durch die Symbiose, die der Borkenkäfer mit bestimmten Pilzarten eingeht und die für eine negative Verfärbung des Holzes sorgt.

Kettenreaktion als Folge:

Ein weiteres, ernstzunehmendes Problem stellt die Kettenreaktion dar, die ein Befall nach sich ziehen kann: Entweder muss die Umtriebszeit der gemeinen Fichte in dem gesamten Baumbestand gesenkt werden und damit dann großflächig eingeschlagen werden, wenn ein besonders starker Befall besteht, oder strategisch wichtige Bäume wie Randbäume werden befallen. Diese dienen beispielsweise zum Schutz vor Stürmen oder der Sonneneinstrahlung auf die dahinter stehenden Stämme und machen damit im Falle ihres Absterbens den gesamten Waldbestand angreifbar.

Vorhersage auf das Jahr 2010:

Gerald Glasauer, Inhaber von Falkenstein Forstmanagement blickt gerade  im Jahr 2010 mit Besorgnis auf die Entwicklungen, da im Frühsommer 2010 günstige Bedingungen für die Käfer geschaffen wurden, die in der Rinde brüten. Ohne ernsthafte Kälteperioden und mit häufig lauem Klima sind die parasitären Borkenkäfer im Jahr 2010 einer der Hauptgründe für signifikant ansteigende Mengen an Schadholz.

Einzelne Baumarten zeigen sich besonders robust:

Dabei erkennt Glasauer aber auch einen Lichtblick; während die Gemeine Fichte besonders betroffen ist, können sich Kiefern- und Douglasien-Wälder überproportional gegen die Schädlinge erwehren. Aus dieser Erkenntnis ließe sich gut ableiten, wie die sinnvolle Aufforstung von Kahlflächen aussehen könnte.

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