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Mastjahre – was sind das?

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Wie die Natur das Überleben im Wald beeinflusst

Löwenstein, 14.06.2010

 

Die in unserer Forstwirtschaft üblichen Baumarten, wie die Buche, Kastanie, Eiche, Ahorn, Tanne, Fichte und die Linde haben eines gemeinsam: ihre Fruktifikation, also ihre Vermehrungsfähigkeit,  findet nicht in jedem Jahr statt – so wie das bei Weiden und Birken der Fall ist. Sie bilden und tragen ihre Früchte in Abständen von mehreren Jahren aus. Ein Jahr, in denen diese Bestäubung stattfindet, nennen wir Mastjahr. In Zeiten der Mastjahre sind Bucheckern, Kastanien und Eicheln im Überfluss vorhanden.

Das Phänomen der Mastjahre ist jedoch von den einzelnen Baumarten abhängig.
So tritt bei Buchen alle drei bis sechs Jahre ein Mastjahr auf, bei Eichen allerdings nur alle sechs bis zwölf Jahre. Die Kastanie und auch die Linde bilden ihre Früchte im Drei-Jahres-Wechsel.

Mastjahre sichern das Überleben der Bäume. Sie generieren neue Generationen, sowohl von Baumarten als auch von anderen Waldbewohnern. Für Rehe, Hirsche und Schweine stellen die Früchte eine wichtige Nahrungsgrundlage dar. Gerade Wildschweine lieben die für sie nahrhaften Eicheln. Eichhörnchen verstecken in den Jahren des Übermaßes viele Früchte, welche sie für den Winter in den Böden vergraben. Von diesen finden sie nur einen Bruchteil wieder und die nicht gefundenen Früchte können wieder frisch heranwachsen und gedeihen.

Ein solches Überangebot sorgt für mehr Nachwuchs und größer werdende Waldpopulationen, solange bis in den Folgejahren wieder weniger Nahrungsangebot vorhanden ist.
Die Natur zeigt uns anhand dieses Beispiels, wie geschickt sie jegliche Kreisläufe steuert.

„Wir bei Falkenstein Forstmanagement haben in den letzten Jahren die Beobachtung angestellt, dass sich die Mastjahre in ihrer Form häufen. Ein Zusammenhang mit dem Klimawandel ist dabei nicht auszuschließen.“ So Gerald Glasauer von Falkenstein Forstmanagement aus Löwenstein.

Spätfröste sind ausschlaggebend für folgende Mastjahre und trockene warme Sommerperioden sind verantwortlich für höhere Blütenansätze.

Zwar ist die regelmäßige Fruchtbildung gut für die Verbreitung der Samen, jedoch verursacht dies auch einen höheren Energiebedarf, welcher sich im Umkehrschluss wieder auf die Gesundheit der Bäume auswirkt.
Gerade das Thema Ressourcenverteilung spielt hier eine zentrale Rolle. Jede Baumart ist individuell und hat und besitzt unterschiedliche Ausprägungen der Mast in Form und Zeit.

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